FAO-Studie

Tiere keine Konkurrenz für Menschen

Die Welternährungsorganisation (FAO) geht in ihrem im September veröffentlichten Szenario davon aus, dass im Jahr 2050 etwa 9,6 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. 70 Prozent der Menschen werden dann in Städten wohnen und gleichzeitig etwa doppelt so viel Geld zur Verfügung haben wie heute, so die Annahme. Infolgedessen werde die globale Nachfrage nach tierischen Produkten weiter wachsen und eine entscheidende Rolle bei der globalen Ernährungssicherheit und Ernährung spielen.

Um das Futter für diese Tiere zu erzeugen, sei allerdings ein Teil der
landwirtschaftlichen Flächen nötig. Die Konkurrenz zwischen der Verwendung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen als Futtermittel auf der einen Seite und Lebensmittel auf der anderen Seite werde immer wieder angeführt - die bekannte Teller-Trog-Debatte.

Weniger Getreide für Fleischproduktion notwendig

Die FAO hat nun festgestellt, dass 86 Prozent des Viehfutters, zum Beispiel Erntereste und Nebenprodukte, nicht für den Menschen genießbar seien. Außerdem verwerteten Nutztiere – insbesondere Wiederkäuer – große Flächen von Weiden, auf denen nur Grünfutter wachse und die sich ansonsten nicht zur Erzeugung von Lebensmitteln nutzen lasse. Getreide hingegen mache demnach nur 13 Prozent der weltweiten Vieh-Trockenmasse aus. Im Gegensatz zu früheren Studien zeige die neue Untersuchung außerdem, dass weltweit durchschnittlich nur 3 kg Getreide benötigt würden, um 1 kg Fleisch zu produzieren.

Weiterhin zeige die Studie auch wichtige Unterschiede zwischen Produktionssystemen und Arten. Zum Beispiel benötige ein Rind nur 0,6 kg Protein aus essbarem Futter, um 1 kg Protein in Milch und Fleisch umzuwandeln. Rinder würden damit direkt zur globalen Ernährungssicherheit beitragen. Außerdem ergänzten Tiere die landwirtschaftliche Produktion traditionell durch die Düngerproduktion. Es entstehe eine Kreislaufwirtschaft. Die Viehhaltung sichere so das Einkommen von über 500 Millionen Menschen weltweit.

Die Viehhaltung wachse weltweit rasant, da auch die Nachfrage nach tierischen Produkten steige – vor allem in Entwicklungsländern. Die FAO schätzt, dass bis 2050 rund 70 Prozent tierische Erzeugnisse mehr nötig sein werden, um die weltweite Versorgung zu sichern. Wichtig ist aus Sicht der Welternährungsorganisation deshalb, dass durch gezielte Züchtung und Forschung die Futterverwertung verbessert wird. Darüber hinaus sei es unerlässlich, das Recycling von Lebensmittelabfällen und Nebenprodukten in Viehfutter zu verbessern sowie die Ernteerträge zu erhöhen. (mrs)
stats