Tiermehl nur noch aus lebensmitteltauglichen Schlachtabfällen herstellen

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Der Agrarministerrat hat sich gestern in Luxemburg darauf verständigt, aus welchen Rohstoffen Tiermehle zukünftig hergestellt werden dürfen. Der Rat folgte dem Kommissionsvorschlag, nach dem Tiermehle nur noch aus lebensmitteltauglichen Schlachtabfällen produziert werden dürfen. Kadaver, kranke oder notgeschlachtete Nutztiere wären damit ausgeschlossen. Zudem soll der "Kannibalismus" ausgeschlossen werden, in dem die lebensmitteltauglichen Schlachtabfälle streng nach Tierarten getrennt werden. Zum Beispiel sollen Hühner keine Tiermehle aus Geflügelabfällen fressen dürfen. Die Regeln für die Herstellung von Tiermehlen müssen nach dem gemeinsamen Standpunkt des Rates erneut mit dem Europäischen Parlament beraten werden. Mit einer Entscheidung ist kaum vor Jahresende zu rechnen. In Deutschland will sich Künast mit Hilfe eines Gütesiegels für Fleisch gegen den Einsatz von Tiermehlen wehren. Ein Qualitätssiegel solle nur dann vergeben werden, wenn die Tiere nicht zuvor mit Tiermehl gefüttert wurden. (Mö)
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