Tierschützer kritisieren Käfighaltung in Griechenland

In Griechenland befinden sich noch rund 90 Prozent der Legehennen in Käfiganlagen, kritisiert die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten". Es sei nicht möglich, die Stallungen für die mehr als 4,5 Millionen Tiere fristgerecht bis zum 1. Januar 2012 umzustellen. Zu diesem Termin tritt laut Gesetzgebung ein EU-weites Käfigverbot in Kraft. Daher ruft die Organisation die griechischen Behörden  auf, verstärkt Kontrollen durchzuführen und die nicht den Vorgaben entsprechenden Anlagen bis Jahresende 2011 zu schließen. Die EU-Kommission werde aufgefordert, unmittelbar nach Silvester 2011 einzuschreiten. 

Noch im Zeitraum 2000 bis 2006 seien in Griechenland fast 10 Mio. € in Käfiganlagen investiert worden, berichtet die Organisation. Mehr als 6,8 Mio. € davon seien aus EU-Mitteln bereitgestellt worden. Der Beschluss der EU zur Abschaffung des Käfigverbots sei jedoch bereits vor 12 Jahren gefasst worden.

Der EU-Kommission ist bekannt, dass in den meisten Mitgliedsländern der EU noch größere Teile des jeweiligen Legehennbestandes in Käfigen gehalten werden. Nach Einschätzung der Praxis ist eine fristgerechte Umstellung in allen Ländern daher nahezu unmöglich. Dies hat zu umfassender Kritik aus Ländern geführt, die rechtzeitig umgestellt haben. Sie befürchten erhebliche Wettbewerbsverzerrungen. Dazu gehören Großbritannien, Österreich und Deutschland. (jst)   
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