Schweinehaltung

Tierschutz-Skandal in Thüringen

Die Schweinezuchtanlage Adib in Aschara haben Veterinäre im Januar in einem völlig verwahrlosten Zustand angetroffen. Einige Tiere mussten sofort notgeschlachtet werden, teilte das Veterinäramt im Landkreis Unstrut-Hainchen in Thüringen in der vergangenen Woche in ihrer Dokumentation zur Kontrolle mit. Ursache für die vielen kranken, nicht behandelten Tiere seien fehlendes und nicht geschultes Personal.

Mit dem personellen Notstand rechtfertigte auch der Besitzer der Anlage, Klaus Kliem, die Zustände in seinem Stall. Kliem war 22 Jahre Bauernpräsident in Thüringen. Auch sein Nachfolgter Helmut Gumpert musste sich schweren Vorwürfen über den Missstand in seinem Schweinestall stellen. Er war bis Ende 2016 Bauernpräsident in Thüringen. Nachdem sich die Zustände in Aschera bei der zweiten Kontrolle im März nicht gebessert haben, hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Verstoß des Tierschutzgesetzes erhoben. Nach Berichten der Thüringer Allgemeine laufe eine Anhörung im Verfahren um ein mögliches Haltungsverbot. Dieses könne jedoch nur gegenüber Personen, nicht für den Betrieb ausgesprochen werden.

Der amtierende Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Dr. Thomas Wagner, zeigt sich erschüttert über den verwahrlosten Schweinestall: "Auch Managementfehler können das Leid der Tiere nicht entschuldigen. Tierhalter tragen die Verantwortung für ihre Tiere", sagte Wagner. Die Ereignisse in Aschara bezeichnete er als einen schwerer Rückschlag für die Arbeit des Verbandes an den Tierhaltungsbedingungen und im Dialog mit der Gesellschaft. Der Thüringer Verband fordert, dass die Kontrollen der Veterinärämter nach einem allgemein gültigen Rahmen erfolgen um Unterschiede zwischen Kreisen und Ländern zu vermeiden. (da)
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