Agrarministerin Ilse Aigner will sich für ein europaweites Tierschutzlabel einsetzen. Vorwürfe gegen die Firmengruppe Lohmann Tierzucht (LTZ) befeuern die Diskussion. Aigner drängt auf eine zügige Realisierung eines europäischen Tierschutzlabels, bestätigte heute eine Sprecherin gegenüber agrarzeitung.de. Es soll ähnlich wie das Biolabel funktionieren und weit über die gesetzlichen Vorraussetzungen hinaus gehen. National will Aigner bisher in dieser Sache jedoch nicht vorpreschen. In Deutschland will Aigner nun zunächst gegen die ausgestalteten Käfige für Legehennen und die betäubungslose Ferkelkastration vorgehen. Auch bei intensiver Tierhaltung müsse das Tierwohl Vorrang haben, verlangte Aigner heute in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Gleichzeitig mahnte sie den Verbraucher, dass er auch bereit sein müsse für besonders tiergerechte Haltungsformen zu bezahlen.

Unterdessen heizen Spekulationen über Verstöße gegen das Tierschutzgesetz durch die Cuxhavener Firmengruppe Lohmann Tierzucht (LTZ) die Tierschutzdebatte an. Die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Stade ermittelt nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel gegen die LTZ-Geschäftsführer Hans-Friedrich Finck
und Rudolf Preisinger. Es sollen Hühnerküken unzulässig an Kämmen und Zehen amputiert und massenweise vergast worden sein, schreibt das Magazin am heutigen Montag. Die Lohmann Tierzucht bestätigt in einer Stellungnahme die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Aufgrund des laufenden Verfahrens will sich das Unternehmen jedoch nicht detailliert zu den Vorwürfen äußern. Die angesprochenen Praktiken würden nicht mehr durchgeführt, heißt es. (sta)
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