Jahresbilanz 2015

Tierschutzlabel bleibt eine Nische


Der Deutsche Tierschutzbund zieht eine positive Jahresbilanz für sein Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“. Im Jahr 2015 seien neue landwirtschaftliche Betriebe, Vertriebspartner und weitere Markenlizenznehmer ins Tierschutzlabel eingestiegen. Damit sei auch die Zahl der Verkaufsstätten gestiegen, in denen Produkte mit dem Tierschutzlabel erhältlich sind. Zudem wertet der Verband den Labelprozess auch als politischen Erfolg, weil mit der Einführung des Labels die Debatte um Kennzeichnung und gesetzliche Haltungsvorschriften „katapultartig zugenommen habe“.

Nur wenige Betriebe wollen nach den Kriterien des Tierschutzbundes produzieren.
-- , Foto: Alexandra Bucurescu/pixelio
Nur wenige Betriebe wollen nach den Kriterien des Tierschutzbundes produzieren.
Im Gegensatz zu der überaus positiven Einschätzung des Verbandes sind die konkreten Zahlen mehr als ernüchternd. Für Edeka produzieren bundesweit insgesamt 15 Mastbetriebe Schweine für die Premiumstufe. Weitere sechs Landwirte produzieren bundesweit für die Einstiegsstufe, vier für Vion sowie jeweils ein Betrieb für LFW und Albfood. Die Zahl der Betriebe sei damit „weitgehend konstant“, stellt der Tierschutzbund fest. Masthühner der Einstiegsstufe werden in 27 labelzertifizierten Betrieben von Wiesenhof erzeugt. Für Eier plant der Tierschutzbund eine Kooperation mit dem Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT). Einzelheiten sollen auf der Grünen Woche bekannt gegeben werden. Vorgesehen sei zudem 2016, das Label für Milch und Rindfleisch auszuweiten.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt teilt die positive Einschätzung des Tierschutzbundes offenbar nicht. Er sprach sich in dieser Woche dafür aus, das von seinem Ministerium geförderte Projekt zu überprüfen. Das Label habe den Sprung in den großen Markt bisher verfehlt, kritisierte der Minister und forderte nach den Gründen zu suchen. (SB)
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