Während KTG-Chef Siegfried Hofreiter seine Anleihegläubiger vertröstet, spart nun auch die Tochter KTG Energie. Der Biogasanlagenbetreiber teilte mit, seinen Anteilseignern eine Aktiendividende zu zahlen. Die Anteilseigner erhalten für elf Papiere noch ein neues, aber kein Cash.

„KTG Energie will mit der Aktiendividende die finanziellen Mittel zusammenhalten“, sagte Oliver Schwarz, Analyst bei Warburg Research. Das Brisante daran: KTG Engergie steht mit 33 Mio. € bei der Mutter in der Kreide, die bis zum 6. Juli ihren Anleihegläubigern die bereits fälligen Zinsen verspätet auszahlen muss. Sonst droht die Insolvenz. Wenn KTG Energie der Mutter den bis 2021 laufenden Kredit aber vorzeitig tilgt, würde das laut Schwarz kurzfristig die Liquiditätsprobleme von KTGAgrar lösen.

Doch davon will KTG Energie nichts hören. „Eine vorzeitige Rückzahlung ist derzeit kein Thema“, sagte ein Sprecher. Das Unternehmen habe die Interessen aller Aktionäre zu wahren. Dabei gibt es enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen Mutter und der voll konsolidierten Tochter. „Da KTG Agrar für KTG Energie der größte Lieferant von Rohstoffen ist, könnte eine Insolvenz der Mutter auch die Tochter stark belasten“, erklärt Schwarz.

Die Biogasfirma sieht unmittelbar indes keine Gefahr. Mittelbar könnten sich Auswirkungen im Substratbezug, bei den Krediten und in der Aktionärsstruktur ergeben. Die Gesellschaft geht aber davon aus, diese Risiken abzufangen. (sp)
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