Das Schlachtunternehmen Tönnies investiert in eine integrierte Schweinefleischproduktion. Die Westfalen nehmen viel Geld in die Hand. In der geplanten Anlage im südrussischen Belgorod sollen jährlich 1,3 bis 1,5 Millionen Schweine geschlachtet werden, zitiert der Internetdienst lebensmittelzeitung.de Geschäftsführer Clemens Tönnies. Das Investitionsvolumen gibt die Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, mit 800 bis 900 Mio. € an. Finanzpartner ist die russische Sberbank, unternehmerischer Partner die russische Agroimport. Bei dem Vorhaben will Tönnies westeuropäische Landwirte einbinden und beteiligen. Tönnies sieht sein Vorhaben als Beitrag, die Selbstversorgung mit Fleisch in Russland zu verbessern.

Auch in China will Tönnies laut lebensmittelzeitung.de expandieren. Zwar wollen die Westfalen dort nicht selbst schlachten, planen aber vier eigene Verteilzentren. Weil der Exportanteil des Fleischunternehmens weiter zunimmt, ordnet Tönnies die Produktions- und Logistikabläufe neu. So wird die Froster-Logistik an den beiden Standorten Rheda und Weißenfels für das Exportgeschäft auf 132.000 Kartons oder 2.500 t am Tag ausgebaut.

Im vergangenen Jahr hat die Tönnies-Gruppe mit der Schlachtung und Verarbeitung von 15 Mio. Schweinen und 200.000 Rindern einen Umsatz von 4,3 Mrd. € erzielt und einen "mittelmäßigen Ertrag" erwirtschaftet, so der Firmenchef. (az)
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