Schlachthofranking

Tönnies bleibt an der Spitze


Insbesondere der Branchenprimus Tönnies hat im vergangenen Jahr seinen Wachstumskurs fortgesetzt, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Mit europaweit über 17 Mio. Schlachtungen sei Tönnies der Konkurrenz in Deutschland um Längen voraus. Das Unternehmen investiere in Schlachtung und Zerlegung und verfolge mit Nachdruck sein Ziel, eine Schweineproduktion in Russland und Serbien aufzubauen. Gewachsen sei Tönnies auch durch Übernahmen von Verarbeitungsbetrieben, wie die der Zur-Mühlen Gruppe und des Fleischwarenunternehmens Heinrich Nölke.

Sparkurs trägt bei Vion Früchte

Platz zwei nimmt im Schlachthofranking der ISN nach wie vor Vion ein, auch wenn das Unternehmen erhebliche Kapazitäten abgebaut hat. Die Umbau- und Sparmaßnahmen der vergangenen Jahre scheinen langsam Früchte zu tragen, stellt die ISN fest. Der Standort in Lingen wurde aufgegeben und die Convenience Retail Sparte verkauft. Ein Restrukturierungsprogramm für Bayern sei in Aussicht gestellt.

Westfleisch öffnet sich

Die Westfleisch ist 2014 laut ISN insbesondere durch eine höhere Verarbeitungstiefe gewachsen. Auch bei den Schweineschlachtungen legte die Genossenschaft um 2,4 Prozent auf 7,6 Millionen Tiere zu. Die geplante Umwandlung der eG in eine europäische Genossenschaft (SCE) soll das Unternehmen für ausländische Anteilseigner öffnen. Wohl auch, um Geld in die Kassen zu spülen und damit nicht vom rasanten Wachstumskurs der Konkurrenz abgehängt zu werden, vermutet die ISN.

Danish Crown plant weitere Übernahmen

Danish Crown sieht die ISN als „schlafenden Riesen“, der auf Platz vier in Deutschland in Lauerstellung zu liegen scheint. In Dänemark kämpfe Europas größtes Schlachtunternehmen seit Jahren mit abnehmenden Tierbeständen und schlecht ausgelasteten Standorten. Dennoch habe kein anderes europäisches Unternehmen Zugang zu vergleichbar lukrativen Exportmärkten wie etwa Japan. Die Dänen kündigten nach der Übernahme des heimischen Konkurrenten Tican weitere Akquisitionen, Joint Ventures und Fusionen an - auch über Ländergrenzen hinweg.  (SB)
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