ISN-Schlachthofranking

Tönnies einsam an der Spitze


Trotz niedriger Preise stehen bei Tönnies die Zeichen weiterhin voll auf Wachstum. Mit rund 16 Mio.  in Deutschland geschlachteten Schweinen und einem Marktanteil von 27 Prozent steht das Unternehmen aus Rheda-Wiedenbrück weiter unangefochten an der Spitze des aktuellen Schlachthofrankings der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN).

Vion halbiert Zahl der Standorte

Platz zwei verteidigt die Vion, allerdings wird der Abstand zur Drittplatzierten Westfleisch immer kleiner. Vion habe es 2015 weitestgehend aus den Negativschlagzeilen der Vorjahre geschafft, stellt die ISN fest. Der Rückgang (minus 3,3 Prozent) der Schlachtzahlen auf 8,8 Mio.  Schweine in Deutschland sei insbesondere mit der Schließung der Standorte im niedersächsischen Lingen und im bayerischen Straubing zu erklären. Damit habe Vion in den vergangenen vier Jahren etwa jeden zweiten Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb in Deutschland geschlossen.

Westfleisch bedrängt Vion

Das genossenschaftliche Unternehmen Westfleisch konnte bei den Schweineschlachtungen im vergangenen Jahr weiter zulegen. Mit 7,7 Mio.  Schweinen wurde erneut ein Rekordergebnis erzielt. Wirtschaftlich hingegen lief das Schweinegeschäft nicht gut. Mit 4,1 Mio. € musste Westfleisch einen Verlust ausweisen. Als Hauptgründe werden die gesunkenen Margen im Fleischgeschäft sowie gestiegene Kosten in den Produktionsprozessen genannt.

Müller wächst im Süden

Auch auf den Plätzen vier bis sechs folgen drei alte Bekannte. Bei Danish Crown in Essen/Oldenburg wurden wie bereits im Vorjahr 2,6 Millionen Schweine geschlachtet. Etwas weniger Tiere als im Vorjahr wurden bei Vogler geschlachtet. Mittlerweile firmiert die Vogler Gruppe nicht mehr unter einer Flagge sondern hat sich in zwei eigenständige Unternehmen gespalten. Vogler Fleisch mit den Standorten in Steine und Salzwedel schlachtete etwa 1 Millionen Schweine, MV-Fleisch mit den Standorten in Bremen und Laatzen etwa. 1,3 Millionen Schweine.

Wachsen mit Regionalität und Intergration

Unter den Top 10 ist die Müller Gruppe im vergangenen Jahr am Dynamischste gewachsen. 1,87 Millionen Schweine (plus 6,9 Prozent) bedeuten Platz 6. Müller profitiert nach eigenen Angaben von der starken Nachfrage aus den Bereichen Lebensmittelhandel und Discount nach regionalem Fleisch. Um diese Nachfrage bedienen zu können, wurden bereits mehr als 1.000 Mastbetriebe in Süddeutschland vertraglich an das Schlachtunternehmen gebunden.

Mit einem eigenen, im vergangenen Jahr gegründeten Viehhandel verfolgt auch Tönnies das Ziel die gesamte Kette vom Ferkelerzeuger bis zum Verarbeitungsunternehmen besser u vernetzen. Die ISN sieht diese Entwicklung kritisch: Möglich würden so ähnliche Strukturen wie in der Geflügelbranche, in der Landwirte Lohnmast für große Integrationen betreiben und in ihrer Vermarktung stark eingeschränkt sind. (SB)

--
stats