Schweinemarkt

Tönnies erhöht Druck auf Lieferanten


Ab dem 9. Februar zieht der Fleischverarbeiter Tönnies 3 Cent/kg Schlachtschwein ab, falls der Lieferant in die Salmonellen-Kategorie 3 fällt. Das betreffe 4 bis 5 Prozent der rund 15.000 Lieferanten von Tönnies, berichtet Dr. Wilhelm Jäger, Leiter der Abteilung für Landwirtschaft bei dem Fleischverarbeiter, auf Anfrage von agrarzeitung.de. Darunter seien kleine wie größere Betriebe.

Über das Salmonellenmonitoring der QS Qualität und Sicherheit GmbH können Betriebe in drei verschiedene Kategorien eingestuft werden. Grundlage für die Einstufung ist ein Antikörper-Test. Um es in die Kategorie 3 zu schaffen, müssten mehr als 40 Prozent der Schweine die Antikörper gegen Salmonellen in sich tragen, so Jäger. Die Schlachtung und Zerlegung der Tiere aus diesen Betrieben sei auf Grund der entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen und der getrennten Logistik enorm aufwendig, so die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN).

Jäger ergänzt im Gespräch mit der agarzeitung (az), dass andere Schlachtbetriebe und Fleischverarbeiter teilweise schon ähnliche Schritte in die Wege geleitet hätten. Somit hätten sich die Warenströme verändert. Tönnies reagiere mit den Preisabzügen auf das Risiko der Einschleppung von Salmonellen, damit die betroffenen Landwirte ihre Ställe gegen die Erreger sichern. Risikofaktoren für die Übertragung der Salmonellen seien beispielsweise Nagetiere, wie Ratten und Mäuse in ihren Ställen.

Die ISN sieht das Vorgehen kritisch: Es sei zu befürchten, dass Tönnies angesichts seines Marktanteils mit dem angekündigten Preisabzug in Deutschland einen Trend setzen werde. Das Salmonellenmonitoring habe in der Vermarktung für die Mäster bisher nur eine untergeordnete Bedeutung gehabt, sagt die Vereinigung. Zwar kaufe der deutsche Ableger des dänischen Fleischverarbeiters Danish Crown schon seit längerem gar keine Schweine aus Betrieben der Kategorie 3 mehr an. Doch das hätte angesichts von Vermarktungs-Alternativen nur eine geringe Marktbedeutung. (has)
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