Rohstoffsicherung

Tönnies handelt Ferkel


Der größte Schweineschlachter Deutschlands,die Tönnies-Gruppe, Rheda-Wiedenbrück, engagiert sich über die Tönnies Lifestock GmbH nun auch im Tierhandel. Geschäftsführer des neuen Unternehmens ist Heiner Strömer, der wie auch einige weitere Mitarbeiter vom Konkurrenten Westfleisch abgeworben wurde. Das Nutzviehzentrum der Westfleisch, ist mit rund 2,4 Millionen vermarkteten Tieren bisher Deutschlands größter Ferkelhändler.

Unter den Viehhändlern ist die Stimmung angespannt. Bisher habe Tönnies immer die Vorteile der guten Zusammenarbeit und Arbeitsteilung zwischen Viehhandel und Schlachtung betont. Die Viehhandelsunternehmen befürchten nun, nur noch als Spediteur benötigt zu werden. Bei der Westfleisch sieht man die Entwicklung ebenso kritisch. Von einer dreisten Abwerbeaktion ohne Beispiel ist in einem Brief an die Geschäftspartner und Landwirte die Rede.

Tönnies will sich über den eigenen Viehhandel offenbar langfristig seinen Rohstoff in Deutschland sichern. Um die Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels nach in deutschem Fleisch bedienen zu können, sind Schlachttiere notwendig, die in Deutschland geboren und aufgezogen wurden. Doch deutsche Ferkel sind knapp. Der Bedarf wird zu einem großen Teil durch Importe aus den Niederlanden und Dänemark gedeckt. (SB)
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