Transportzeiten im Parlament umstritten


Schlachttiere werden in der EU zu lange transportiert, kritisiert das Europäische Parlament. Die Forderung nach einer Begrenzung auf 8 Stunden verfehlt dennoch die Mehrheit.

Auf einen Kompromiss zur Transportzeit für Schlachttiere einigten sich die Abgeordneten im EP am Mittwoch in Brüssel. Demnach soll die EU-Kommission lediglich erwägen, ob eine Beschränkung des Transports auf 8 Stunden dem Tierschutz dient.

Die Abgeordneten, die eine klare Begrenzung der Transportzeit forderten, konnten sich nicht durchsetzen. Stattdessen heißt es in der Erklärung, die Ausstattung der Fahrzeuge und die Behandlung der Tiere seien ebenso wichtig für das Wohl der Rinder und Schweine wie möglichst kurze Transportzeiten.

Das Parlament hat sich damit der Kommission angeschlossen, die den Schwerpunkt ebenfalls auf eine striktere Einhaltung der bestehenden Tiertransportrichtlinie legt. Zudem sollen lokale Schlachthöfe über die 2. Säule der GAP gefördert werden, um lange Transporte zu vermeiden.

EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg lehnt ein 8-Stundenlimit für Schlachtvieh ab, da es nach seiner Auffassung dafür keine wissenschaftliche Grundlage gibt. Die Erklärung des Parlaments ist eine Meinungsäußerung und hat keinen gesetzgebenden Charakter. (Mö)
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