Treibstoffsektor zieht global Getreide ab

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Die weltweite Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln wird in den kommenden Jahren nur mäßig steigen. Der Höhepunkt des Bevölkerungswachstums sei überschritten, argumentierte Josef Schmidhuber von der Welternährungsorganisation FAO auf dem Coceral-Kongress vergangene Woche in Brüssel. Zudem liege der Fleischkonsum in China mit 55 kg/Jahr heute schon auf dem Niveau der EU und der USA. In Indien werde wegen der dortigen Kultur zukünftig nicht viel mehr Fleisch gegessen.

Eine zusätzliche Nachfrage nach Getreide komme deshalb überwiegend aus dem Treibstoffsektor, erklärte der FAO-Mitarbeiter. Die Kraftstoffnachfrage sei unbegrenzt und habe den Landwirten in der Welt eine bessere Einkommensabsicherung beschert. Um die Verbraucher von Lebensmitteln nicht unnötig zu belasten, müsse die Förderung von Biokraftstoffen unbedingt gestoppt werden. Die EU und die USA sollten Einfuhrzölle für Bioethanol streichen, damit sich der Schwerpunkt der Rohstoffe vom Getreide zum Zuckerrohr verlagere. (Mö)

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