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Nach einer langen Überschussphase am polnischen Schweinemarkt melden einige Verarbeiter bereits Probleme mit der Rohstoffversorgung. Angesichts des sinkenden Angebots sind im Lande seit einigen Wochen auch Steigerungen von Großhandelspreisen für Schweinefleisch zu verzeichnen, obwohl die Verbrauchernachfrage immer noch niedrig ist, konstatiert die Warschauer Zeitung "Rzeczpospolita" in einer Marktübersicht. So wurden Schweinehälften der Klasse R an den Börsen in der ersten März-Woche mit umgerechnet 1,03 bis 1,11 EUR/kg einige Prozent teurer gehandelt als Ende Februar. Um 3 bis 5 Prozent im Preis ebenfalls gestiegen ist zum Beispiel Schinken. Aufgrund des hohen Kurs des Euro, so das Blatt, könnten die Fleischereien das fehlende Angebot derzeit kaum durch Einfuhren ersetzen. Noch im vergangenen Jahr musste die polnische Agrarmarktagentur 127.000 t Schweinefleisch wegen Überangebots vom Markt nehmen. Außerdem wurden 40.900 t davon mit Hilfe staatlicher Zuschüsse ausgeführt. Nach Angaben des Warschauer Landwirtschaftsministeriums erreichte die heimische Produktion von Schweinefleisch 2003 ein Schlachtgewicht von rund 2,2 Mio. t, was im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs um 9 Prozent bedeutet. Allerdings lagen die Schweinebestände in der polnischen Landwirtschaft Ende November 2003 mit rund 18,4 Mio. Tieren bereits um 2,9 Prozent niedriger als vor Jahresfrist. Für das erste Halbjahr 2004 prognostizierte das Agrarressort einen Rückgang der Schweinefleischerzeugung um 4 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr auf 1,13 Mio. t. (pom)
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