Die OECD und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) stellten heute in Rom den "Agricultural Outlook 2014" vor. Danach werden die Lagerbestände für Getreide und Reis in den kommenden zehn Jahren bis 2023 zunehmen. Die Weltmarktpreise für Getreide werden deshalb zunächst sinken, was jedoch den Welthandel positiv ankurbeln dürfte.

Anders schätzt es die OECD bei Ölsaaten ein. Demnach werden Ölsaaten mehr Flächen beanspruchen, denn eine anhaltende Nachfrage nach Pflanzenöl treibe die Preise nach oben. Eine interessante Einschätzung geben die Wissenschaftler für die Entwicklung von Biokraftstoffen in den kommenden zehn Jahren ab. Es sei damit zu rechnen, dass der Verbrauch von Bioethanol und Biodiesel auf Zuckerbasis um mehr als 50 Prozent zunehmend wird, heißt es in dem Bericht weiter. Dadurch würde der Ethanolpreis entsprechend dem Rohölpreis steigen, dagegen orientiere sich der Biodieselkurs mehr an Pflanzenölen.

Rindfleischpreise auf Rekordniveau halten die Wissenschafler für nicht ausgeschlossen. Geflügel wird Schweinefleisch im Zehnjahreszeitraum als das am meisten konsumierte Fleischprodukt überholen.

Einen Fokus legt der Agricultural Outlook 2014 auf Indien. Entscheidend für die künftige Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion ist das neue Gesetz zur Ernährungssicherheit "National Food Security Act", welches mehr als 800 Mio. Menschen zum Bezug fester Rationen von subventioniertem Getreide berechtigt. Subentionen zur Förderung des Einsatzes von Dünger, Pflanzenschutzmittel, Saatgut und Wasser versetzen Indien in die Lage, das Pro-Kopf-Angebot deutlich auszuweiten. (da)
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