Trockenheit im Norden beeinträchtigt Sommergerste


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Die längere Trockenperiode in Norddeutschland und Nordeuropa beginnt, die Braugerstenbestände zu beeinträchtigen. Frankreich, Großbritannien, Südpolen und Tschechien dagegen berichten von ausreichenden Regenfällen und einem normalen Aufwuchs der Bestände. In Dänemark sind es vor allem die spät gesäten Bestände, die unter der jetzt bereits länger anhaltenden Trockenheit leiden. Die früh ausgebrachten Flächen präsentieren sich im Vergleich eindeutig besser. Der größte Teil der Flächen in Dänemark sind auf Grund des nassen Frühjahrs in der zweiten Aprilhälfte ausgebracht worden. Seitdem hat es keine wesentlichen Regenfälle gegeben. Bis Ende dieser Woche sollen die hohen Temperaturen anhalten. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Erträge in Dänemark in diesem Jahr niedriger ausfallen werden, und die Spitze bereits gebrochen ist. Unter ähnlichen Vorzeichen steht auch der Aufwuchs der Sommergerste in Südschweden und Finnland. Abzuwarten bleibt bei diesen Voraussetzungen auch, wie hoch der Eiweißgehalt aus diesen Herkünften ausfallen wird. Frankreich und Großbritannien haben dagegen nach einer optimalen Aussaat jetzt auch gute Wachstumsbedingungen für ihre Gerste. Ebenso sehen Marktbeobachter sehr gute Bestände in Russland. Hier wurde der Gerstenanbau ausgeweitet. Bisher war Russland Importeur für Ware aus Skandinavien.

In der Bundesrepublik sind die Aussagen regional sehr unterschiedlich. Von der Trockenheit betroffen sind der Norden und Nordosten. In Sachsen haben die Höhenlagen noch ausreichend Feuchtigkeit bekommen. In Rheinland-Pfalz und Thüringen gibt es regional Bestände, die unter der Trockenheit gelitten haben. Aus Baden-Württemberg melden Beobachter eine gute Niederschlagsverteilung. Bayern ist wiederum geteilt. Während die Bestände im Süden recht gut aussehen, hat die spät gesäte Sommergerste in Unterfranken Regen vermisst. Beobachter gehen davon aus, dass keine Spitzenerträge mehr geerntet werden können. (dg)

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