Die deutsche Kartoffelernte überschreitet 2011 zwar das Vorjahresniveau. Der hohe Anteil an Übergrößen mindert den Absatz jedoch deutlich. Nach aktuellen Schätzungen sind in diesem Jahr von den 259.400 ha Kartoffelanbaufläche in Deutschland etwa 11,9 Mio. t an Knollen gerodet worden, teilt der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. Dies entspräche einer Steigerung um knapp 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Durchschnittsertrag 2011 läge damit bei knapp 460 dt/ha. Zwar sind somit in diesem Jahr hohe Naturalerträge erzielt worden, letztendlich stehe aber auf Grund des hohen Anteils an Übergrößen und der Absortierungen nur eine vermarktbare Nettomenge wie 2010 zur Verfügung. Zudem erhielten die Erzeuger derzeit extrem niedrige Preise.

Zu dieser Einschätzung kamen die Mitglieder des DBV-Fachausschusses Kartoffeln unter Leitung von Martin Umhau, dem Vorsitzenden des Fachgremiums. Als Folge der schlechten Marktlage sei zu erwarten, dass sich einige Kartoffelerzeuger im kommenden Jahr „ökonomisch lukrativeren" Feldfrüchten zuwenden werden. Mit Blick auf 2012 wird bei den Kartoffelflächen keine Ausweitung erwartet. „Wir planen verhalten", macht Umhau deutlich. Nach Einschätzung des Fachausschusses nimmt die Anbaufläche für Stärkekartoffeln immer weiter ab. Vor dem Hintergrund des Auslaufens der Marktordnung für Kartoffelstärke 2012 stehe diesem Sektor ein enormer Strukturwandel bevor. Von 2008 bis 2011 ist die Anbaufläche den Angaben zufolge um 11 Prozent gesunken und erreichte 2011 noch 69.900 ha. (az)
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