Grimme Landtechnik

Trump und Erdogan schrecken nicht

Vom Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA erwartet der Landtechnikhersteller Grimme für sein Geschäft keine negativen Auswirkungen. Grimme ist seit der Übernahme der Spudnik Equipment Company im Jahr 2003 in den USA Marktführer für Kartoffeltechnik. „Wir werden erst einmal abwarten, was passiert“, erklärt Jan Muhle, der bei Spudnik für das Marketing zuständig ist, im Gespräch mit agrarzeitung.de. Eine protektionistische Handelspolitik könne Grimme kaum treffen, weil man die meisten Maschinen für den US-Markt vor Ort in der Spudnik-Fabrik in Blackfoot (Idaho) produziere.

Mexikanische Arbeiter in der Landwirtschaft gefragt

Größere Auswirkungen auf das aktuelle Geschäft könnten die derzeit niedrigen Kartoffelpreise haben. Auch die Einwanderungspolitik den gewählten Präsidenten könnte sich in der Landwirtschaft auswirken, denn dort würden viele Mexikaner arbeiten. Schon heute sei es schwierig, in der Erntekampagne geeignete Mitarbeiter zu finden, so Muhle. Der Trend in der Kartoffeltechnik gehe deshalb zu immer größeren Maschinen, mit mehr Flächenleistung und einem niedrigeren Personalbedarf je Hektar.

Türkei als Sprungbrett in den Nahen Osten

Auch in der Türkei sieht man bei Grimme trotz der derzeit schwierigen politischen Lage gute Chancen für weiteres Wachstum. Seit 2013 ist das Familienunternehmen aus Damme in Niedersachsen im 260 Kilometer südöstlich von Ankara gelegenen Nevsehire mit einer eigenen Vertriebstochter vertreten. In diesem Jahr wurde dort ein neues Vertriebszentrum eingeweiht. Von dort aus sollen nicht nur Kunden in der Türkei betreut werden, auch die angrenzenden Länder hat das Unternehmen im Blick. In der Türkei habe sich der Markt bei Maschinen für Kartoffeln und Zuckerrüben sehr gut entwickelt, freut sich Frank Nordmann, der das Vertriebsgeschäft in Nahen Osten verantwortlich ist. Erste Kontakte seien auch in den Irak geknüpft worden. Nordmann erwarte, dass sich die türkische Wirtschaft weiter stabilisieren wird und so auch der Nachfrage nach Lebensmitteln steigt.

Vertriebstöchter in Märkten mit Potential

Viel werde zudem darauf ankommen, wie sich das Verhältnis zu Russland entwickelt, denn die Türkei hat großes Potential für Gemüse-Exporte in die Russische Föderation. Mit der Übernahme des dänischen Spezialisten für Gemüsetechnik, Asa-Lift, hat Grimme in diesem Segment das Maschinenangebot ausweiten können. Schon heute erwirtschaftet Grimme rund 80 Prozent des Umsatzes im Ausland. Auch in Zukunft soll in die Auslandsmärkte investiert werden. „Überall wo wir ein Absatzpotential von mehr als 5 Mio. € sehen, wollen wir mit eigenen Vertriebstöchtern präsent sein“, erläutert Nordmann. In der Türkei sieht der Grimme-Manager mittelfristig sogar ein Umsatzpotential von 10 Mio. €. Für den langfristigen Erfolg sei es wichtig, nahe am Kunden zu sein und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. (SB)
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