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Zwei bedeutendste tschechische Absatzgenossenschaften von Schweineproduzenten, Centroodbyt und Agropork, schließen sich zusammen. Bislang war Agropork mit einem Marktanteil von etwa 20 Prozent die bedeutendste Absatzgenossenschaft in diesem Segment. Ende vergangener Woche hat deren Hauptversammlung dem Anschluss an die Absatzgenossenschaft Centroodbyt zugestimmt. Letztere ist erst im November als Dachorganisation von sieben kleineren Absatzgenossenschaften gegründet worden und hat unmittelbar danach die Verhandlungen mit Agropork aufgenommen. Mit dem jetzt beschlossenen Zusammenschluss entsteht eine Organisation von rund 40 Prozent sämtlicher Erzeuger von Schlachtschweinen am tschechischen Markt, berichtet die Landespresse unter Berufung auf den Vorsitzenden von Centroodbyt, Jan Veleba. Durch die Fusion dürfte deren Positionen im Kampf um bessere Ankaufpreise gestärkt werden. Angesichts der deutlichen Überschüsse am tschechischen Schweinemarkt leiden die Produzenten seit Monaten unter dem Preisverfall.

In den vergangenen Wochen haben beide Genossenschaften separat eine härtere Linie gegenüber den Fleischverarbeitern versucht, indem die Mitglieder Schlachtschweine nicht unter dem Preis von 30,00 czk/kg (0,93 EUR) abgeben sollten. Allerdings konnten sie dies nur bei einigen wenigen Fleischereien durchsetzen, während die meisten davon nach wie vor zwischen 0,77 und 0,83 EUR/kg zahlten. Die landwirtschaftlichen Organisationen bezeichnen diese niedrige Preisniveau als ruinierend für die Produzenten und weisen auch darauf hin, dass die Kluft zwischen den Ankauf- und den Verbraucherpreisen zu hoch sei. Nach deren Angaben stiegen die Produktionskosten von durchschnittlich 0,99 EUR/kg im ersten Halbjahr 2003 auf derzeit 1,08 EUR/kg, bedingt unter anderem durch die Verteuerung von Getreide, aber auch durch das in Kraft getretene Verbot für die Verfütterung von Tiermehl. Zugleich werfen die beiden Seiten der Regierung in Prag vor, wenig für die Entlastung dieses Marktes zu tun. Der Staatliche Agrarinterventionsfonds (SZIF) erklärte darauf, in diesem Jahr seien für die Ausfuhren von Schweinefleisch Subventionen in Höhe von umgerechnet 1,27 Mio. Eur bereitgestellt worden. Die Exportunterstützung habe zeitweilig zur Steigerung der Preise für Schlachtschweine beigetragen, von Produzenten sei dies aber fälschlicherweise als Signal zum Ausbau der Bestände verstanden worden. (pom)

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