1

Am 1. November ist in der Tschechische Republik ein totales Verbot für die Nutzung von Tiermehl zu Futterzwecken in Kraft getreten. Damit habe sich das Land der in der Europäischen Union geltenden Regelung angeschlossen, heißt es in einer vom Staatlichen Veterinärdienst SVS in Prag veröffentlichten Verlautbarung. Die tschechische Öffentlichkeit habe die vor mehr als einem Jahr angekündigte Maßnahme begrüßt, da dadurch das ansonsten minimale hypothetische Risiko der Übertragung von BSE noch reduziert werde, konstatierte die Behörde. Sie erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass die Nutzung von Tiermehl im Mischfutter für Wiederkäuer in Tschechien bereits seit 1991 untersagt sei. Am 1. Juli 2003 trat dann ein Verbot für die Verwendung von Tierkadavern bei der Herstellung von Tiermehl zwecks Fütterung von Schweinen und Geflügel in Kraft. Die Tierhalter und Futterhersteller, so SVS, seien rechtzeitig auf die Notwendigkeit hingewiesen worden, alternative Eiweißträger wie zum Beispiel Soja im Mischfutter zu nutzen.
Das Tiermehl-Verbot führt unausweichlich zur Verteuerung der Schweine- und Geflügelerzeugung, zitiert die Prager Zeitung "Pravo" den Vorsitzenden des nationalen Landwirtschaftsverbandes, Miroslav Jirovsky. Ihm zufolge sei der Einsatz von Soja anstatt von Tiermehl für die Futterherstellung etwa um die Hälfte teurer. Zugleich, so das Blatt, hätten die Tierhalter mehr für die Beseitigung der Abfälle in Spezialbetrieben zu zahlen. Auf den Mehrkosten dürften vorerst die Produzenten sitzen bleiben, da deren Übertragung auf die Verbraucherpreise von Fleisch angesichts der aktuellen Lage an diesem Markt kaum möglich sei. (pom)
stats