Tschechische Landwirte haben vom EU-Beitritt eher profitiert

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Die ersten 100 Tage der EU-Mitgliedschaft Tschechiens brachten dem dortigen Agrarsektor mehr positive als negativer Effekte. Laut der Prager Zeitung "Pravo" hat dies der Vorsitzende des nationalen Landwirtschaftsverbandes, Miroslav Jirovsky, am Dienstag vor Journalisten bestätigt. Die Branche soll sich ihm zufolge an die neuen Außenhandelsverhältnisse angepasst haben. So sei der Fall von Zollschranken genutzt worden, um die Ausfuhren lebender Schweine im Mai gegenüber dem gleichen Monat 2003 fast zu verdoppeln. Allerdings müssten die Marktdefizite an Schweinefleisch dann durch Einfuhren ausgeglichen werden. Eine ähnliche Situation sei bei Rindern zu verzeichnen. Der Rückgang der heimischen Fleischerzeugung halte jedoch auch nach dem EU-Beitritt des Landes an. Als bedeutendste negative Folge der Marktöffnung für die heimischen Landwirte qualifizierte Jirovsky die gestiegenen Einfuhren von Agrar- und Ernährungsgütern und insbesondere von Kartoffeln sowie Gemüse aus Polen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, sei ein weiterer Rückgang deren Erzeugung in Tschechien zu erwarten.(pom)
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