Der europäische Schlachtschweinemarkt präsentiert sich in der neuen Schlachtwoche uneinheitlich. Die Notierung in Deutschland rutscht ab. Während Süd- und Nordeuropa stabile bis steigende Tendenzen aufweisen, müssen die Schweinehalter in Mitteleuropa aktuell einen kräftigen Preiseinbruch verbuchen, beobachtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in Damme. Schockiert seien insbesondere die deutschen Erzeuger von dem „gewaltigen" Kursrückgang von 8 Cent pro kg Schlachtgewicht (SG). Sogar noch stärker war der Preisfall der belgischen Notierung laut ISN um korrigierte fast 10 Cent. Mit in die Tiefe gerissen worden seien auch die Notierungen in den Niederlanden und Österreich. Weil sich der Preis in Dänemark behauptete, hätten sich die Dänen im Preisgefüge der fünf schweinereichen Mitgliedsländer auf Rang 3 gehalten.

Nach der deutlichen Preisrücknahme am vergangenen Freitag hält die gedrückte Stimmung hierzulande weiter an, beschreibt die ISN die Tendenz für den deutschen Markt. Die Aktivität bei den Schlachtungen in der Branche sei auch zu Wochenbeginn noch verhalten, sodass das umfangreiche Lebendangebot derzeit nicht vollständig zu platzieren sei. Die nasskalte Witterung erschwere außerdem die Lage. „Panikverkäufe" der Erzeuger sind der ISN zufolge hingegen nicht zu verzeichnen. Erleichternde Nachrichten gebe es beim Export: Nachdem bereits Russland die dioxinbedingten Restriktionen beim Export von Schweinefleisch aufgehoben hatte, folgten nun auch Taiwan und Weißrussland. Dennoch sei die derzeitige Marktsituation zum aktuellen Zeitpunkt „unberechenbar und nur schwer einzuschätzen". (az)
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