Ölsaaten

UFOP befürchtet Marktverwerfungen

Sinkende Zölle setzen Rapsanbau unter Druck.
-- , Foto: Olaf Schneider / Pixelio
Sinkende Zölle setzen Rapsanbau unter Druck.

Vor Einführung der Anti-Dumping-Zölle im Jahr 2013 habe Argentinien allein im Jahr etwa 1,5 Mio. t Sojamethylester in die EU exportiert, heißt es in einer heutigen Stellungnahme der Ufop. Der nach der Entscheidung des zuständigen Ausschusses der EU-Kommission zu erwartende Angebotsdruck sei bereits unmittelbar spürbar, heißt es weiter. Der Rapspreis für den November- und Februarkontrakt habe an der Matif-Börse bereits deutlich nachgegeben. Und welche Mengen tatsächlich noch im Jahr 2017 importiert würden lasse sich derzeit nicht abschätzen.  Ufop hoffe, dass die bevorstehende Wintersaison und die erforderliche Winterqualität bei Biodiesel als Voraussetzung für die Beimischung sich bremsend auf die Importaktivitäten auswirken wird. 

In gleicher Weise wie Argentinien habe auch Indonesien ein analoges Verfahren vor der Welthandelsorganisation (WTO) angestrengt, ergänzt Ufop. Auch auf Biodieselimporte aus Indonesien würden noch Strafzölle erhoben, die Importe in die EU praktisch verhindern. 

Mit der aktuellen Entscheidung werde der Schutz von subventionierten Biodiesellieferungen aus Argentinien faktisch aufgehoben, kritisiert der Verband. Dabei sei auch zu bedenken, dass die Diskussion über indirekte Landnutzungseffekte konterkariert werde. Einerseits begründe die EU-Kommission mit diesen bisher nicht ausreichend belegbaren Effekten ihren Vorschlag zur Absenkung der Kappungsgrenze für Biokraftstoffe aus Bioanbaumasse ab 2021. Andererseits treibe sie mit dem Beschluss zur Senkung der Importzölle diese Entwicklung selbst erst recht an. Ufop weist darauf hin, dass die im Jahr 2012 importierten Biodieselmengen einer Sojaanbaufläche von 2,3 Mio. t entsprochen hätten. (jst)



 
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