Im südafrikanischen Durban beginnt heute der 17. UN-Klimagipfel. Beobachter fordern ein entschiedenes Handeln der Staatengemeinschaft. Experten aus rund 190 Staaten beraten bis zum 9. Dezember über Wege, den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht die Fortführung des Kyoto-Protokolls, das Ende 2012 ausläuft. Beobachter halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass in Durban verbindliche Ziele zum Klimaschutz vereinbart werden. Die USA und China zeigen bislang wenig Bereitschaft, ein international verbindliches Abkommen zu unterstützen.   

Notfalls müsse ohne die Beteiligung der USA ein neuer Klimaschutzvertrag auf den Weg gebracht werden, verlangte die Umweltschutzorganisation Greenpeace zu Beginn der  Verhandlungen. Greenpeace erwartet, dass auf der Konferenz eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls erzielt wird. Eine besondere Verantwortung tragen nach Ansicht der Organisation Deutschland und die EU. Eine Verlängerung des Vertrags könne Schwellenländer wie China und Indien dazu bewegen, ihre Emissionen verbindlich zu mindern. Zudem müssen sich nach Ansicht von Greenpeace alle Staaten in Durban dazu verpflichten, bis zum Jahr 2015 einen globalen Vertrag zur Reduktion von Kohlendioxid auszuhandeln. 

Vor politischen Machtspielen in Durban warnte Thüringens Agrarminister Jürgen Reinholz. Er erwartet schwierige Verhandlungen, weil die Schwellenländer ihre Zugeständnisse beim Klimaschutz von Vorleistungen der Industrieländer abhängig machen. Vorrang muss seiner Ansicht nach jedoch der gemeinsame Wille zum Umweltschutz haben. „Die Staatengemeinschaft muss jetzt schnell und konsequent handeln", forderte Reinholz. (sch)
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