Die Einkommen der US-Landwirte werden im laufenden Jahr voraussichtlich um 38 Prozent auf das geringste Niveau seit über zehn Jahren fallen. Grund dafür sind nach Einschätzung des US-Agrarministeriums die niedrigen Preise für Ölsaaten und Getreide, sowie die schwachen Milch- und Schweinefleischmärkte, berichtet das AIZ Wien. Die Netto-Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe werden demzufolge auf 55,9 Mrd. US-$ (52,8 Mrd. €) nominell und inflationsbereinigt fallen. Im vergangenen Jahr hatten sich die Einkommen durchschnittlich auf 90,4 Mrd. US-$ (85,4 Mrd. €) belaufen. 2013 hatten die US-Landwirte noch Rekordeinkommen von 123 Mrd. US-$ (116,2 Mrd. €) erwirtschaftet.

In seiner vorangegangenen Prognose im August hatte das Ministerium noch einen Rückgang der Einkommen um 36 Prozent angenommen. Das erwartete Minus wäre dabei das zweite in Folge seit dem Rekordjahr 2013. Vor allem die großen Mais- und Sojaernten in diesem Jahr haben zum Rückgang der Einnahmen geführt, denn die Erlöse aus dem Anbau dieser Kulturen sind um 8,7 Prozent zurückgegangen. Im Gleichschritt dazu haben die US-Mais-Futures in diesem Jahr um rund 8 Prozent verloren, weil günstige Wetterbedingungen die Pflanzen gut gedeihen haben lassen.

Auch die Preise für Grobgetreide haben seit der Trockenheit des Jahres 2012 um 50 Prozent nachgegeben, ebenso wie die Erlöse für Soja, die allein in diesem Jahr um 15 Prozent gesunken sind - und seit 2012 um mehr als die Hälfte des damaligen Preises. Zusätzlich zu den schwachen Erlösen aus dem Ackerbau haben auch geringere Preise für Milchprodukte, Schweine, Masthähnchen und Rinder Druck auf die Einkommen der Farmer ausgeübt. (az)
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