Der US-Agrarexport erholt sich in großen Schritten. Die Außenhandelsbilanz für landwirtschaftliche Produkte dürfte 2009/10 mit dem zweitgrößten Überschuss aller Zeiten schließen. Der Auslandsdienst des Washingtoner Landwirtschaftsministeriums (FAS) erwartet für das laufende Haushaltsjahr, das am 30. September 2010 endet, einen Anstieg der Agrarausfuhren um 8 Prozent auf umgerechnet rund 85 Mrd. €, berichtet das Wiener Agrarinformationszentrum. Das Wachstum wird vor allem von höheren Ausfuhren an Ölsaaten getragen. Da die Importe der USA nur etwa halb so schnell wachsen, zeichnet sich ein Agrarhandelsüberschuss von knapp 23 Mrd. € ab. Landwirtschaftsminister Tom Vilsack kündigte an, die Regierung werde ihre aggressive Exportförderpolitik fortsetzen. Vor allem die Exporte nach China sind gewachsen. Im laufenden Haushaltsjahr werden die USA ihre Lieferungen an Agrarerzeugnissen in die Volksrepublik voraussichtlich um 25 Prozent auf 11,4 Mrd. € steigern. Treibende Kraft ist ein enormer Anstieg der Sojaexporte.

Erstmals wird Asien 2009/10 die wichtigste Zielregion für die Agrarexporte der Vereinigten Staaten sein. Rund 41 Prozent der landwirtschaftlichen Ausfuhren sind für den asiatischen Markt bestimmt. Die Wachstumsrate beträgt fast 13 Prozent. Der Absatz in der Europäischen Union wird mit 6,7 Mrd. € voraussichtlich um 8,9 Prozent expandieren. Ausschlaggebend ist der höhere Bedarf der EU an Sojabohnen und -schrot. Russland wird einer der wenigen Märkte sein, auf denen die USA in diesem Haushaltsjahr weniger landwirtschaftliche Produkte absetzen als im Vorjahr. Das gilt vor allem für Schweine- und Geflügelfleisch. (az)
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