US-Ethanolbranche fürchtet Umweltstandard

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In den USA häufen sich die Sorgen, dass die Ethanolproduktion in Nordamerika zur Verantwortung für die Abholzung von Regenwäldern im Amazonas gezogen wird. Diese Verquickung könnte dazu führen, dass Ethanol nicht mehr als umweltfreundlicher Treibstoff gelten würde. Für Aufruhr in der Agrarwirtschaft sorgt der geplante „Low Carbon Fuel Standard“ der US-Umweltbehörde EPA. Er soll gewährleisten, dass bei der Verwendung von Biokraftstoffen nicht mehr Kohlendioxid freigesetzt wird als beim Einsatz von fossilen Treibstoffen. Damit ist die Agrarbranche auch einverstanden. Das EPA will jedoch einen Passus durchsetzen, der den Biokraftstoffen Kohlendioxidemissionen aus einer „indirekten Landnutzung “ anlastet, berichtet der Internetdienst Agriculture Online.

Nach dem Verständnis der EPA greift folgende Wirkungskette: Wird in den USA Mais zur Herstellung von Ethanol angebaut, fehlt er der Nahrungskette. Somit müssen diese Maismengen an anderer Stelle der Welt erzeugt werden. Wenn dafür dann Regenwald etwa in Brasilien abgeholzt oder irgendwo auf der Welt Grünland zu Ackerland umbrochen wird, entsteht Kohlendioxid. Diese freigesetzten Mengen müssen laut EPA-Logik der Ethanolproduktion in den USA angelastet werden. Der Agrarminister des US-Bundesstaates Iowa hat jetzt laut Agriculture Online Alarm geschlagen und gefordert, dass die „indirekte Landnutzung“ nicht Bestandteil des Standards werden dürfe. Iowa ist ein Zentrum des Maisanbaus in den USA mit einer bedeutenden Ethanolwirtschaft. (db)

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