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In den USA formiert sich Protest gegen die zunehmende Verwendung von Mais zur Ethanolherstellung. Forderungen werden laut, die Ziele für die Erzeugung 2008 zu halbieren. Der "Renewable Fuel Standard" in den USA enthält die Vorgabe, in diesem Jahr 34 Mrd. Liter Biokraftstoffe den mineralischen Kraftstoffen beizumischen. Bei den Biokraftstoffen handelt es sich in den USA ausschließlich um Ethanol auf Maisbasis. Aus der US-Maisernte 2007 sind 24 Prozent für die Ethanolherstellung verwendet worden; bisherige Projektionen gingen davon aus, dass es aus der Ernte 2008 ein Anteil von 33 Prozent sein könnte. "Unsere Ethanol-Politik erfordert perfektes Wetter", kommentiert eine Vertreterin der Umweltorganisation "Environmental Working Group" dieses Ziel.

Fällt jetzt ein Teil der Ernte 2008 wegen der Überflutungen im Mittleren Westen aus, wird es in den USA mit der Maisversorgung eng. Deswegen geraten die Beimischungsziele nicht nur unter Umweltaktivisten in die Kritik, sondern auch bei Geflügel- und Rinderhaltern, die um die Futterverfügbarkeit bangen. Auch der Gouverneur von Texas soll sich mittlerweile für eine Halbierung des Beimischungszieles von Ethanol für das laufende Jahr ausgesprochen haben, berichten US-Medien. Ökonomen des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) wollen vor einer Stellungnahme die Ergebnisse der jährlichen Prognose zu den aktuellen US-Anbauflächen abwarten, die am kommenden Montag veröffentlicht werden. Dann will das USDA auch eine allererste Schätzung zum Umfang der Flutschäden abgeben. (ED)

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