US-Importbeschränkung für Weizengluten nicht WTO-konform

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Für Einfuhren von Corngluten aus den USA wird die EU möglicherweise zum Jahresende Importzölle erheben. Sie hat dies angedroht für den Fall, dass die USA ihrerseits ihre Mengenbegrenzungen für die Einfuhr von Weizenstärke aus der EU nicht zurücknehmen. Heute hat das Schiedsgericht der WTO in Genf seinen Bericht zum Weizenglutenstreit veröffentlicht. Darin werden die Handelsbeschränkungen der USA für unrechtmäßig erklärt. Es gebe mehrere Gründe für die wirtschaftliche Schwäche der amerikanischen Weizenglutenindustrie, heißt es in dem Urteil. Die Amerikaner hätten aber nur einseitig auf einen von vielen Gründen reagiert und die Konkurrenz aus der EU beschränkt. Zudem seien Weizenglutenimporte aus Kanada nicht angetastet worden. Dies verstoße gegen das Gleichbehandlungsprinzip der WTO. Die USA werden gegen das Urteil des Schiedsgerichtes voraussichtlich in der ersten Septemberhälfte Einspruch erheben. Die Berufungsinstanz hat dann drei Monate Zeit, um erneut zu urteilen. Sollte auch dieses Urteil zugunsten der Europäer ausgehen und sollten die USA ihre Einfuhrkontingente für Weizengluten nicht sofort stoppen, will die EU als Antwort Strafzölle auf amerikanisches Corngluten erheben. (Mö)
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