US-Milcherzeuger treten auf die Bremse


Ein Ende der niedrigen Milchpreise zeichnet sich am Weltmarkt ab 2013 ab. China gilt als Motor für die Nachfrage. Zwei Jahre haben die Milchviehhalter in den großen Exportländern USA, EU, Australien und Neuseeland die Erzeugung kräftig ausgeweitet. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA kalkuliert, dass die Milcherzeugung 2011 und 2012 der vier Exportländer gegenüber dem jeweiligen Vorjahr etwa um 2 Prozent gestiegen sein dürfte. In den vier Jahren davor hat das Jahreswachstum nach den USDA-Zahlen nur 1 Prozent betragen.

Auf dieses hohe internationale Milchangebot führt das Ministerium den Preisdruck im 1. Halbjahr 2012 zurück. Demgegenüber stuft es die Importnachfrage aus den Wachstumsmärkten in Asien und Nordafrika als eher „lustlos" ein. Als ein Beispiel führt das USDA Algerien an, wo die Weltmarktkäufe von Milchpulver in diesem Jahr sogar schrumpfen dürften.

Schwarzmalen will das USDA aber nicht. Es beobachtet, dass sich die internationalen Milchmärkte zurzeit ausbalancieren. Die Preise hätten sich auf dem niedrigen Niveau stabilisiert. Das Ministerium bezeichnet es als wenig wahrscheinlich, dass sie künftig noch kräftig nachgeben.

Für eine mittelfristige Erholung spricht, dass die aktuelle Trockenheit in den USA die Futtervorräte einschränkt. Als Konsequenz senken die dortigen Milcherzeuger bereits die Fütterungsintensität. Außerdem trennen sich die Halter in solchen Phasen erfahrungsgemäß von Kühen, die schwächere Leistungen zeigen. Deswegen erwartet das USDA, dass 2013 die Milcherzeugung in den USA nur noch minimales Wachstum zeigen wird. Bereits jetzt zeigen die Terminnotierungen in Chicago für Milch und Käse nach oben.

Die internationale Nachfrage beurteilt das Ministerium ebenfalls als unterstützend. Vor allem für Chinas Käufe  am Weltmarkt stehen wegen des anhaltenden Wirtschaftswachstums die Zeichen auf Wachstum. (db)
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