In den USA steht zur Diskussion, die Beimischung von Biokraftstoffen bei sinkenden Maisvorräten zu begrenzen. Tierhalter sind dafür, Getreideerzeuger dagegen. Zwei republikanische Kongressabgeordnete haben am Mittwoch einen Gesetzesentwurf vorgelegt, mit dem die festen Beimischungsquoten flexibilisiert werden sollen. Das Papier von Jim Costa und Bob Goodlatte sieht vor, das Verhältnis der Maisendbestände zur Erzeugung als Maßstab zu nehmen. Sinkt es unter festgelegte Marken, würde die Beimischung in Stufen reduziert. Hätte diese Regelung bereits in diesem Jahr gegolten, wären nach Berechungen von agrarzeitung.de im Sommer die Beimischungsziele um 10 Prozent gesenkt worden.

Der Vorstoß wird von allen namhaften US-Verbänden der Tierhaltungsbranche unterstützt. Die Mäster, die auf Mais als Futtermittel angewiesen sind, beklagen seit Jahren die Konkurrenz durch die wachsende Bioethanolherstellung in den USA. Die US-Verbände, die Getreideerzeuger und Biokraftstoffhersteller vertreten, wehren sich jedoch gegen jede Senkung der Quoten.

Zurzeit schreibt in den USA der Renewable Fuels Standard (RFA) jährlich steigende Anteile für Biokraftstoffe vor. Die Beimischung soll von heute rund 53 Mrd. Liter auf 136 Mrd. Liter im Jahr 2022 steigen. Dieses Wachstum soll fast ausschließlich von Ethanol aus Rohstoffen wie Zellulose stammen, die nicht der Nahrungsmittelherstellung dienen. Zum Wochenanfang hat das nationale US-Forschungszentrum einen 650-seitigen Bericht veröffentlicht, der ein solch schnelles Wachstum der Erzeugung von Ethanol aus Zellulose als unwahrscheinlich analysiert. (db)
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