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Russland soll demnächst seinen Markt für US-Fleisch angeblich breiter öffnen. Die Ergebnisse der von Vertretern der zuständigen Behörden beider Länder am Montag in Tokio getroffenen Vereinbarungen werden allerdings unterschiedlich interpretiert. Während die amerikanischen Quellen von einer künftigen Anhebung russischer Einfuhrquoten, unter anderem auf 1 Mio. t Geflügelfleisch, sprechen, heißt es in der Verlautbarung des Moskauer Wirtschaftsministeriums nur, man habe sich auf die Erhaltung bestimmter Importumfänge von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch sowie auf die Schaffung eines Konsultationsmechanismus zur Lösung der im Agrarhandel auftretenden Probleme geeinigt. Wie die russische Zeitung "Vedomosti" gestern unter Berufung auf einen Sprecher des Ressorts berichtet, gehe es vorerst um keine Erhöhung der US-Quote für Geflügelfleisch, sondern um dessen Lieferungen über die Quote hinaus, die allerdings mit hohem Importzoll belegt werden sollten. Außerdem dürfte Russland auf Bitte Washingtons Länderquoten innerhalb der Jahresimportkontingente für Rind- und Geflügelfleisch einführen.

Russland stellt den bedeutendsten Absatzmarkt für US-Hähnchenfleisch dar. Nach Angaben des Washingtoner Agrarministeriums erreichten die Lieferungen 2001 ein Niveau von mehr als 1 Mio. t, was die russische Seite jedoch für übermäßig und schädlich für die Entwicklung der heimischen Geflügelerzeugung hielt. Im Frühjahr 2002 wurden die Importe dieses Produkts aus den USA für mehrere Wochen unter dem Vorwand der Nichteinhaltung russischer Qualitätsanforderungen gestoppt. Zugleich bereitete Moskau Einfuhreinschränkungen für sämtliche Fleischgattungen vor. Im April traten dann die bis Ende des Jahres geltenden Tarifkontingente für 315.000 t Rindfleisch sowie 337.500 t Schweinefleisch in Kraft. Außerdem führte Moskau ein Mengenkontingent für Geflügelfleisch in Höhe von 744.000 t ein, das unter den Exportländern aufgeteilt wurde. Die USA dürfen in dessen Rahmen bis Ende dieses Jahres 553.500 t sowie die EU 139.900 t davon liefern. Das Importkontingent für die Jahre 2004 und 2005 beläuft sich auf jeweils 1,05 Mio. t. (pom)

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