Die Agrar- und Lebensmittelexporte der EU erreichten im Jahr 2015 einen Rekordwert von 129 Mrd. €, das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 6 Prozent, berichtet die EU-Kommission. Die stärksten Steigerungen wurden bei den Lieferungen in die USA (plus 18,5 Prozent) und nach China (plus 39 Prozent) verzeichnet. Damit habe China das mittlerweile Russland als zweitwichtigste Exportdestination der EU überholt, berichtet das AIZ Wien. Aber auch die Ausfuhren nach Saudi Aarabien (plus 34%) und in die Türkei (plus 20%) konnten signifikant erhöht werden. Nach Russland wurden 2015 infolge des Embargos nur mehr Waren im Wert von 5,6 Mrd. € geliefert, 2014 waren es noch 9 Mrd. €.

Der größte Exportmarkt für Agrarprodukte und Lebensmittel aus der EU waren im Jahr 2015 die Vereinigten Staaten mit einem Wert von 19,4 Mrd. €. An zweiter Stelle folgte China mit 10,3 Mrd. €, am dritten Platz lag die Schweiz mit 7,7 Mrd. €. Russland landete nur mehr auf dem vierten Platz mit einem Warenwert von 5,6 Mrd. €, gefolgt von Japan mit 5,4 Mrd. €.

Was die einzelnen Produktgruppen betrifft, so konnten insbesondere bei Getreide (außer Weizen und Reis) mit einem Plus von 68 Prozent, bei Wein (plus 9 Prozent) sowie bei Spirituosen (plus 7 Prozent) starke Zuwächse bei den Exporten erreicht werden. Gleichzeitig führte vor allem das russische Importverbot dazu, dass die Ausfuhren an Milchpulver (minus 17 Prozent) und Käse (minus 3 Prozent) um insgesamt 963 Mio. € einbrachen. Auch bei Frischobst (minus 12 Prozent) kam es zu Einbußen.

Bei den Importen von Agrarprodukten und Lebensmitteln verzeichnete die EU 2015 eine Steigerung auf einen Wert von 113 Mrd. €, was einem Plus von 8,7 Prozent gegenüber 2014 entspricht. Daraus ergibt sich ein positiver Außenhandelssaldo in diesem Bereich von 16 Mrd. €, er fiel damit etwas geringer aus als im Jahr davor, wo der Saldo bei 18 Mrd. Euro lag. (az)
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