Der Optimismus zur Höhe der diesjährigen US-Maisernte schwindet. Mehrere Analysten rechnen mit Ertragseinbußen. In der vierten Woche in Folge hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA am Montag die Bonituren für die Feldbestände von Mais herabgestuft. Ausgeprägt war der Sprung in der zurückliegenden Woche, die dem Maisgürtel der USA brütend heißes Wetter beschert hat. Mittlerweile beurteilt das USDA 22 Prozent der Maisfelder als sehr schwach oder schwach entwickelt. Gegenüber der Vorwoche sind das 8 Prozentpunkte mehr.

Von Nachteil ist in diesem Jahr, dass die Maispflanzen bereits sehr weit in der Entwicklung sind. Nach Angaben des Ministeriums befinden sich 25 Prozent in der Blüte, in der sie besonders wasserbedürftig sind. Diese neuen Einschätzungen gießen Öl ins Feuer der ohnehin angeheizten US-Maisnotierungen.

Pflanzenbauexperten rechnen bereits damit, dass der Hektarertrag unter das Zehnjahresmittel fallen und auf 150 bushels/acre (94 dt/ha) absinken könnte. Das USDA geht bisher in seinen Statistiken noch von einem Ertrag von 166 bushels/acre (104 dt/ha) aus. Diese hohe Ertragserwartung ergibt für 2012 zusammen mit der umfangreichen Anbaufläche die bisher hohe USDA-Ernteschätzung von fast 376 Mio. t. Gegenüber dem Vorjahr würde der Zuwachs etwa 20 Prozent betragen.

Der Internationale Getreiderat IGC zeigt sich in seinen am Montag veröffentlichten Bericht pessimistischer. Er rechnet 2012 für die USA mit einem Maisertrag von 97 dt/ha und kommt auf eine US-Maisernte von 350 Mio. t. Damit bliebe noch ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent. Der IGC weist jedoch darauf hin, dass diese Schätzung bei anhaltend ungünstiger Witterung voraussichtlich weiter nach unten korrigiert werden muss. (db)
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