Anbauempfehlung

Ufop rät zu höherer Rapsfläche


Die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (Ufop) rechnet für 2015/2016 mit einem deutlich knapper versorgten Rapsmarkt. Das für die bevorstehende Ernte erwartete kleinere Angebot öffne Preisspielräume nach oben, heißt es in einer Marktanalyse der Ufop. Für Rapsöl sieht die Organisation eine ungebrochene Nachfrage, sowohl für die Ernährung als auch für die Kraftstoffherstellung. Landwirten wird deshalb empfohlen, zur Herbstaussaat bis an die betriebliche Fruchtfolgegrenze zu gehen, um sich Vermarktungschancen zu sichern.

Wettermarkt beeinflusst Börsen

In Europa hätten die Preise aufgrund der langanhaltenden Trockenheit und den dadurch sinkenden Ertragsaussichten, bei gleichzeitig sehr knappem Kassamarktangebot, bereits einen Sprung nach oben gemacht und das Vorjahresniveau überstiegen. Sollte es trocken bleiben, werde es zur Ernte keinen saisonüblichen Preisknick geben. Die niedrigere Ernte und der nach wie vor hohe Verbrauch könnten die Endbestände in der EU 2015/16 um fast ein Drittel sinken lassen. Zwar können Importe das Defizit vermindern, doch auch die Hauptlieferländer Ukraine und Australien werden wohl weniger Raps ernten als erwartet.

Wenige Kontrakte für neue Ernte

Die Erzeuger erhoffen sich vor diesem Hintergrund und mit Blick auf eine deutlich kleinere Rapsernte als im Vorjahr wesentlich höhere Erlöse und nutzten höchstens einzelne Preisspitzen, um im Vorfeld Ware vertraglich zu binden. Das Interesse am Abschluss von Kontrakten sei bislang auf einem Tiefpunkt, so die Einschätzung der Ufop. Aufgrund der derzeit unsicheren Bestandsentwicklung wird nach wie vor kaum etwas kontrahiert. Erzeuger spekulieren vor dem Hintergrund pessimistischer Ernteaussichten auf erneut steigende Preise. „Mit dieser Annahme liegen sie auch höchstwahrscheinlich richtig“, meinen die Marktanalysten der Ufop. (SB)
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