Ukraine: Exportzoll von 23 Prozent auf Sonnenblumensaaten

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Nach monatelangem Tauziehen zwischen der ukrainischen Regierung, dem Parlament, dem Internationalen Währungsfond und Interessensvertretern des Landes hat sich das Parlament in Kiew nun auf einen Zoll von 23 Prozent beim Export von Sonnenblumensaaten geeinigt. Nach Ansicht des Branchendienstes Ukragrokonsult liegt der Hauptgrund für den hoch angesiedelten Exportzollsatz in den zu erwartenden Staatseinnahmen. Auf 80 bis 100 Mio. US-$ schätzen die Marktexperten aus Kiew die zusätzlichen Einnahmen für den Staatshaushalt. Außerdem rechnet Ukragrokonsult mit einer Halbierung der Exporte von Sonnenblumensaaten, die im vergangenen Wirtschaftsjahr 860.000 t ausmachten. Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise dürften sich von derzeit rund 142 US-$/t auf etwa 115 US-$/t verringern, was bereits zu Protesten der Landwirte geführt hat. Der Zollsatz soll nun 10 Tage nach Veröffentlichung wirksam werden, falls nicht, wie bereits vor einigen Wochen, die Parlamentsentscheidung durch ein Veto von Präsident Leonid Kuchma gestoppt wird. (ts)
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