Ukraine erwägt Importzölle für Fleisch

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Die Ukraine könnte ab Mitte Januar solch hohe Importzölle für alle Fleischarten erheben, dass sich Lieferungen in das Land nicht mehr rechnen. Zur Entscheidung stehen in der Ukraine Zölle, die höher wären als die nach WTO-Regeln zulässigen Sätze, beobachtet die US-Botschaft in Kiew. Sie vermutet, dass die Regierung über gedrosselte Importe ihre Außenhandelsbilanz verbessern möchte. Das Land ist dazu in der Pflicht, nachdem es im Oktober 2008 eine kräftige Finanzspritze des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten hatte. IWF-Regeln würden auch höhere Zollsätze für die Ukraine erlauben, die als WTO-Mitgliedstaat seit Juli 2008 sich eigentlich zum Zollabbau verpflichtet hat.

Sollte Kiew die Einfuhrzölle für Fleisch deutlich erhöhen, wären mehrere Länder betroffen. Importiertes Rindfleisch stammt vor allem Brasilien und Argentinien. Allerdings sind die Mengen bisher mit rund 20.000 t im Jahr 2008 nach Schätzungen der US-Botschaft eher gering. Gewichtiger sind die Schweinefleischimporte 2008 von etwa 140.000 t, die hauptsächlich aus EU-Ländern und Brasilien stammen. An den Geflügelfleischimporten der Ukraine halten die USA einen großen Anteil. Hier liegen für 2008 keine aktuellen Mengenschätzungen vor. Im Sommer hat die US-Botschaft Importe von mehr als 200.000 t Geflügelfleisch geschätzt. Auch Deutschland ist ein bedeutender Lieferant für die Ukraine. (db)

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