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In der Ukraine dürfte der private Besitz von Ländereien in einer Größe von mehr als 100 ha vorerst verboten werden. Gemäß einem korrigierten und jetzt dem Parlament zur zweiten Lesung vorgelegten Entwurf des nationalen Bodengesetzbuches sollte die Einchränkung bis Anfang 2010 gelten, teilte die Vorsitzende des Agrarausschusses, Jekaterina Waschtschuk, während einer öffentlichen Anhörung zu diesem Thema in Kiew mit. Nicht gestattet werden soll vorläufig ebenfalls die Veräußerung privater Grundstücke, und zwar bis zur Annahme entsprechender regulierender Gesetze. Das Papier schließt für diese Zeit außerdem die Möglichkeit aus, Ländereien als Anteile ins Grund- oder Stammkapital von Unternehmen einzubringen.

Allerdings ist vorgesehen, dass ein Grundstück zu Hypothekzwecken eingesetzt werden dürfte. Das gilt auch für die Bodenanteile an einem ehemaligen Kollektivbetrieb, falls deren Ausgliederung in Natur zumindest teilweise möglich ist. Die Anteile an Grund und Boden sowie materiellem Vermögen stehen in der Ukraine allen Mitgliedern von fast 11.000 früheren Kolchosen und Sowchosen zu, die im Zuge der seit Ende 1999 umgesetzten Agrarstrukturreform in Betriebe neuer, auf dem Privateigentum basierender Organisations- und Rechtsformen umgewandelt wurden. (pom)
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