Ukraine will sich im Export behaupten

Das ukrainische Agrarministerium hängt die Messlatte für die Getreideverkäufe hoch. Dabei wird das Land sein Exportziel in diesem Jahr wahrscheinlich verfehlen. Bis zu 25 Mio. t Getreide sollen Händler im Wirtschaftsjahr 2012/13 verschiffen. Auf allein 10,6 Mio t. schätzt das Landwirtschaftsressort in Kiew den Export von Weizen. Die Maisausfuhren taxiert das Ministerium auf 11,5 bis 12,5 Mio. t, außerdem sollen 3,7 Mio. t Gerste außer Landes fließen.

Zwar liegt das Ministerium mit der aktuellen Exportprognose von 20 bis 25 Mio. t unter dem für 2011/12 ausgelobten und von Marktbeobachtern wiederholt als unrealistisch bezeichnetem Ausfuhrziel von 27 Mio. t. Davon waren Ende April weniger als 18 Mio. t exportiert. Doch Kiew geht auch von einer deutlich kleineren Ernte 2012 aus: 45 bis 50 Mio. t Getreide sollen ukrainische Landwirte einfahren, 2011 hatten sie immerhin 56,7 Mio. t gedroschen. Die Wintersaaten in der Schwarzmeerregion haben stark unter der extremen Kältewelle zu Beginn des Jahres gelitten, Trockenheit im Herbst hatte zuvor die Aussaat behindert. Für eine dennoch großzügige Versorgungsbilanz könnten die Überhangbestände sorgen, die das Ministerium zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres auf 11 Mio. t schätzt. Marktkenner geben den Eigenbedarf an Getreide in der Ukraine mit jährlich rund 26,7 Mio. t an. (pio)
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