Digitalisierung

Umfassende Auswirkungen kaum erfassbar

"Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen industriellen Revolution", zeigt sich Daniel Domscheit-Berg überzeugt. Als Gastredner der Agravis-Dialogveranstaltung "Handel(n) mit Verantwortung" in dieser Woche in Berlin versuchte der Internet- und IT-Sicherheitsexperte einen Blick in die Dimension und zukünftige Entwicklung der unter dem Begriff Digitalisierung zusammengefassten Prozesse zu werfen.

Dabei könne auch er trotz seiner umfassenden Erfahrungen die Auswirkungen nicht konkret darstellen. Selbst er als Angehöriger des Jahrgangs 1978 falle es ihm mittlerweile schwer, die Geschwindigkeit der Prozesse auf allen Ebenen noch ausreichend zu erfassen. Domscheit-Berg nahm Bezug auf vielleicht vergleichbare revolutionäre Entwicklungen. Dazu zähle er den Buchdruck im 15. Jahrhundert oder den Beginn der uns bekannten Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. Deren Auswirkungen hätten ebenfalls das gesamte Leben umfassend verändert, jedoch in anderen zeitlichen Dimensionen über Jahrhunderte oder Jahrzehnte. Dies sei bei der jetzt erkennbar werdenden Digitalisierung anders, sowohl in der Geschwindigkeit als auch in der Breite der Anwendungen, sagte er.

Große Teile der Gesellschaft werden sich neu erfinden müssen, lautet seine Prognose. Aus seiner Sicht seien beispielsweise das Bildungssystem aber auch jeder einzelne heute noch nicht auf die Zukunft und ihre veränderten Anforderungen eingestellt. 

Für die Unternehmen bedeute die Digitalisierung eine große strategische Aufgabe, sagte Agravis-Vorstandsmitglied Dirk Bensmann in der anschließenden Diskussion. Notwendig sei ein pragmatisches Vorgehen beim Übergang in eine neue Zeit. Die erforderlichen Schritte bedürften eines umfassenden "Change Managements" mit viel Überzeugungsarbeit bei Mitarbeitern aber auch Kunden, so Bensmann. Digitale Lösungen müssten im Alltag ein Höchstmaß an Datensicherheit bieten und selbstverständlich auch bezahlbar sein, skizzierte er die Aufgaben für  jedes Unternehmen. (jst)  
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