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Drei Tage nach der Bestätigung des ersten polnischen BSE-Falls herrscht im Lande noch Unklarheit über den Ursprung der betroffenen Kuh. Wie die zuständigen Behörden inzwischen feststellten, stammte das Tier offensichtlich nicht aus dem Betrieb, der in den dem Schlachthof vorgelegten Begleitpapieren angegeben wurde, berichtet die Warschauer Presse. Zwar erklärte der zuständige regionale Amtstierarzt, die Herkunft der erkrankten Kuh sei bereits bekannt. Dem widersprach aber ein Vertreter der Staatsanwaltschaft.Ein Wissenschaftler von der landwirtschaftlichen Akademie in Krakau äußerte seinerseits das Verdacht, das Tier stamme gar nicht aus Polen, sondern sei illegal eingeführt worden. Nach den derzeit geltenden polnischen Vorschriften müssen Schlachttiere erst beim Verkauf identifiziert werden. Die zum Januar 2002 vorgesehene Einführung eines Kennzeichnungs- und Identifizierungssystems, das exakte Angaben über jedes Tier von Geburt bis zur Schlachtung ermöglicht, kam bislang nicht zu Stande. Mittlerweile hat der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, David Byrne, Polen zur schärferen BSE-Sicherheitsmaßnahmen aufgerufen.Noch vor einigen Monaten hätten die EU-Experten Byrne zufolge im Lande Mängel auf disem Gebiet festgestellt. Die damals ausgebliebene Veröffentlichung dieses Berichtes soll jetzt nachgeholt werden. Unterdessen hat Litauen als erstes Land die Einfuhren von Rindfleisch aus Polen eingestellt.(pom)
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