Umweltschutz in Deutschland zu teuer erkauft


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Mit der rot-grünen Agrarpolitik wird die Wettbewerbs- und Existenzfähigkeit der deutschen Landwirtschaft aufs Spiel gesetzt. Zu dieser Einschätzung kam Prof. Peter Michael Schmitz vom Institut für Agrarpolitik und Marktforschung der Justus-Liebig-Universität Gießen in der vergangenen Woche in Verden. Schmitz sprach auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft des privaten Agrargewerbes Niedersachsen-Bremen (AGW) zum Thema "Megatrends in der Agrarwirtschaft". In der nationalen Agrarpolitik sieht der Wissenschaftler ein entscheidendes Zukunftsrisiko für die deutsche Agrarwirtschaft. So würden beim Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutz überzogene Forderungen gestellt. Als Beispiel nannte Schmitz die gerade beschlossenen Mykotoxin-Grenzwerte, die unter den EU-Vorgaben liegen. Auch im Entwurf der Schweinehaltungsverordnung seien Regelungen, die zu Wettbewerbsnachteilen für deutsche Produzenten führen würden. Bei Mastschweinen mit einem Gewicht zwischen 85 und 110 kg sei eine Stallfläche von 1,1 m²/Tier vorgesehen, obwohl in der EU-Richtlinie nur 0,65 m² verlangt würden.

Die Konsequenz der Agrarwende sei die Abwanderung der deutschen Produktion in das europäische Ausland sowie eine Investitionszurückhaltung bei den Landwirten. Schmitz rief dazu auf, sich stärker in die politischen Entscheidungsprozesse einzumischen. Gerade vor Ort sollten Landwirte Politik mitgestalten und so versuchen, die Interessen der Landwirtschaft zu wahren. Unabhängig vom politischen Rahmen würden auf die Landwirtschaft in Zukunft Veränderungen zukommen. Die Verflechtung in der Produktionskette werde ebenso zunehmen wie die Kooperation zwischen und die Spezialisierung der einzelnen Betriebe. An Bedeutung gewinnen werde zum Beispiel der Einsatz von Lohnunternehmen, durch den die Lohnkosten und das Kapitalrisiko gesenkt und der Einsatz moderner, hoch produktiver Technik erhöht werden könne.

Die Abgabe des Kapitalrisikos und die arbeitswirtschaftliche Entlastung bieten den Unternehmen Chancen für betriebliches Wachstum, sagte Schmitz. Dieses Wachstum sei notwendig, um die globalen Märkte zu bedienen. Da sich die für die Landwirtschaft nutzbare Fläche eher verkleinern werde, seien deutliche Zuwächse bei den Erträgen notwendig. (SB)

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