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Die ungarischen Landwirte werden nach dem EU-Beitritt des Landes Direktzahlungen für insgesamt fast 4,36 Mio. ha erhalten, darunter für 3,74 Mio. ha Ackerland. Wie der Leiter der Abteilung für europäische Integration im Budapester Landwirtschaftsministerium, Laszlo Vajda, kürzlich bei einer Fachkonferenz in der slowakischen Hauptstadt ausführte, sollen die Beihilfen 2004 in einer Gesamthöhe von 305,8 Mio. EUR bereitgestellt werden. Daraus ergebe sich eine Quote von 70,22 EUR pro Hektar. Die Direktzahlungen kommen Vajda zufolge rund ungarische 230.000 Landwirte zu Gute, berichtet die Pressburger Agrarzeitung "Rolnicke Noviny". Allerdings rechne sein Ressort damit, dass die nationale Zahlungsagentur insgesamt fast 300.000 Kunden haben werde. Die Einrichtung sei zwar noch nicht akkreditiert, dies dürfte aber laut dem Beamten bis zum Beitrittstermin 1. Mai erfolgen.

Vajda erinnerte ferner daran, dass die Regierung und auch das Landesparlament der Aufstockung der Direktzahlungen auf 55 Prozent des Niveaus der "alten" Mitgliedsländer zwar zugestimmt hätten. Er gab aber zu, dass die praktische Umsetzung dieser Regelung nicht reibungslos von statten gehe. Da die ungarischen Landwirte wegen des Wegfalls traditioneller Vorschusszahlungen beunruhigt seien, wolle das Kabinett den nationalen Anteil an Direktbeihilfen ihnen partiell als Vorschüsse bereitstellen. Dennoch, so der Abteilungsleiter, stünden hierfür derzeit "keine freien Haushaltsmittel zur Verfügung". Daher werde jetzt mit privaten Banken über die Aufnahme von Überbrückungskrediten verhandelt. Auch mit dem Start des nationalen Programms zur Entwicklung des ländlichen Raums befürchtet Vajda Probleme. Da das Papier von Brüssel noch nicht bestätigt sei, bestehe die Gefahr, die hierfür vorgesehenen Mittel nicht im vollen Umfang ausschöpfen zu können. (pom)

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