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Die traditionsreiche ungarische Salamifabrik Pick Szeged könnte schon bald ihren Besitzer wechseln. Die Arago Holding, die 90 Prozent der Anteile des vor 135 Jahren gegründeten Betriebes hält, will ihre Anteile abgeben. Kaufinteresse hätte neben dem dänischen Fleischverarbeiter Danish Crown und dem US-amerikanischen Nahrungsmittelkonzern Smithfield auch die staatliche ungarische Babolna Agrarholding bekundet, berichtete die ungarische Tageszeitung "Nepszava" Ende vergangener Woche. Babolna-Chef Zoltan Velez beteuerte, dass von einer Verstaatlichung keine Rede sein könne. Die Babolna Agrarholding wolle lediglich als Katalysator fungieren und die Pick-Anteile wieder abgeben, sobald geeignete Investoren gefunden seien. Man habe vor, die Pick-Aktien an die 16.000 Pick-Lieferanten zu verkaufen, und zwar zum Nominalwert. Dadurch würden Arbeitsplätze gesichert, die Sicherheit der Produzenten garantiert und die Pick AG als nationales Eigentum weitergeführt, so Velez. Er rechnet mit einem Abschluss der Verkaufsgespräche mit dem derzeitigen Pick-Eigentümer Arago in frühestens sechs Wochen. Angaben über seine Preisvorstellungen machte der Babolna-Chef nicht.

Pick Szeged ist der größte Fleischwarenhersteller Ungarns. Mit rund 2.000 Beschäftigten produziert das Unternehmen jährlich rund 18.000 t Fleischprodukte. Vor allem wegen seiner Salami, von der jedes Jahr 4.000 t exportiert werden, gehört Pick zu den bekanntesten und traditionsreichsten Unternehmen Ungarns. (AIZ)

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