Ungarn hat Wettbewerbsfähigkeit verloren

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Mit dem EU-Beitritt hat Ungarn am internationalen Getreidemarkt an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Die EU-Preisstützung habe das Getreide so verteuert, dass Drittlandsexporte nicht mehr möglich gewesen seien, erklärte der ungarische Landwirtschaftsminister Jozsef Graf heute bei einer Konferenz des Internationalen Getreiderates IGC in London. Nach einem Bericht von Agra Europe London sagte Graf, dass Ungarn traditionell jährlich zwischen 2 und 4 Mio. t Getreide exportiert. Nach dem EU-Beitritt sei dieses Volumen unterschritten worden, trotz der ungarischen Rekordgetreideernte 2004 von mehr als 17 Mio. t. Dies habe zu einem Ansturm an die Intervention geführt. In Ungarn sind 2004/05 rund 4,4 Mio. t Getreide zum staatlichen Ankauf angeboten worden. Graf kündigte bei der IGC-Konferenz an, die Infrastruktur bei der Getreidelagerung und Logistik in Ungarn zu verbessern. Außerdem solle mehr Aufmerksamkeit auf Getreide höherer Qualität gelenkt werden. Schließlich gehe es darum, die Getreideverfütterung wieder auszuweiten, indem die dezimierten Tierbestände wieder aufgebaut werden. (db)
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