Ungarn kürzt Direktzahlungen

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Die nationalen Zuschläge zu den EU-Direktzahlungen will die Regierung in Budapest 2009 verringern. Ackerbauern sollen gar kein zusätzliches Geld erhalten. Im vergangenen Jahr hat Ungarn nach Informationen des Pressedienstes Agra Europe London umgerechnet etwa 260 Mio. € aus dem nationalen Haushalt bereitgestellt, um die EU-Direktzahlungen aufzustocken. Dieser Betrag soll 2009 auf rund 150 Mio. € sinken und vor allem an Rinderhalter gehen. Dieses Verfahren ist möglich, weil Ungarn nicht das vereinfachte System für die Direktzahlungen anwendet, sondern ein Betriebsprämiensystem gewählt hat.

Ungarn erhält 2009, wie alle im Jahr 2004 der EU beigetretenen Länder, 60 Prozent der Direktzahlungen, die in der EU-15 gezahlt werden. Im Jahr 2008 hatte der Satz noch 50 Prozent betragen. Bis zum Jahr 2013 sollen das Niveau angeglichen sein. Für die Länder, die den Euro nicht eingeführt haben, ist der Anstieg dennoch nicht kalkulierbar, je nachdem ob die nationale Währung schwächer oder stärker tendiert. Hält die aktuelle Schwäche des ungarischen Forint an, wären die Landwirte hinsichtlich der Direktzahlungen auf der Gewinnerseite. Denn dann stiege der Betrag, wenn er in nationaler Währung ausgezahlt wird, überproportional an. (db)

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