Ungarn verklagt EU-Kommission


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Wegen der verschärften Interventionskriterien hat Ungarn beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eine Klage eingereicht. Ungarn möchte keinen Präzedenzfall für rigorose Maßnahmen aus Brüssel zulassen, bei denen den Landwirten keine Chance für eine Anpassung bleibt. Die Kommission habe die Interventionskriterien im Oktober verschärft, als die Landwirte schon bei der Ernte gewesen seien, argumentiert das Agrarministerium in Budapest. So etwas habe es in der Geschichte der GAP noch nicht gegeben. Die ungarischen Maiserzeuger hätten sich über die Sortenwahl und geeignete Anbaumethoden auf die neuen Interventionsparameter eingestellt, wenn die Entscheidung in Brüssel nicht so unmittelbar in Kraft getreten wäre. Das neu eingeführte Hektolitergewicht und der abgesenkte Feuchtigkeitsgehalt für Mais bei der Intervention gilt seit dem 1. November diesen Jahres. "Es geht uns gar nicht mal so sehr um akute Probleme", beteuert ein Sprecher des Ministeriums in Budapest. Von den 8,3 Mio. t Mais, die in diesem Jahr in Ungarn geerntet wurden, ginge so gut wie nichts in die Intervention. (Mö)
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