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Alle Kaufverträge über Ackerland, die seit 1994 illegal abgeschlossen wurden, will die ungarische Regierung laut Ministerpräsident, Viktor Orban, für null und nichtig erklären. Straffreiheit biete man den Bauern an, die ihre geheimen Händel jetzt aufdeckten. Die Regierung erkläre sich sogar bereit, ihnen das Land zu Marktpreisen abzukaufen. Die betroffenen Ausländer - es handele sich vornehmlich um Österreicher - sollen dagegen leer ausgehen. Sie sollten froh sein, dass sie ungeschoren davon kämen, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) Orban wörtlich.

Als Hintergrund für die Attacke sieht die FAZ den bevorstehenden Beitritt des Landes zur EU und die Angst der Ungarn, ihr kostbares Ackerland zu Billigpreisen an reiche Österreicher, Deutsche oder auch Italiener zu verlieren. Bis 1994 war der Landverkauf erlaubt. Seitdem sollen die ungarischen Bauern ein bis zwei Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche unter der Hand an Ausländer verkauft haben. (Bm)
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