Was bei dem Unfall geschah
Während Arbeiten an einer Rohrleitung war es am 17. Oktober zu Explosionen von brennbaren Flüssiggasen gekommen. Grund könnte nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ein Einschnitt an einer Rohrleitung sein, in der sich brennbares Raffinat befunden hat. An einer benachbarten Leitung seien zu diesem Zeitpunkt Wartungsarbeiten durch eine Fremdarbeitsfirma im Gange gewesen. Da die Rohstoffversorgung unterbrochen wurde, mussten die Steamcracker, die das Herzstück des Werkes bilden, und mehr als 20 weitere Anlagen heruntergefahren werden. Steamcracker sind petrochemische Großanlagen, in denen Rohbenzin zu chemischen Grundstoffen aufgespalten wird. Es entstehen dabei vor allem Ethylen und Propylen. Beides sind unverzichtbare Grundstoffe für die Herstellung vieler Produkte in Ludwigshafen. (az)
Drei Menschen sind bei dem Unglück am 17. Oktober ums Leben gekommen, viele wurden zum Teil schwer verletzt, als es nach Arbeiten an einer Rohrleitungsstraße zu einer Explosion gekommen war. Nun ist klar, dass der Unfall auch Auswirkungen auf das Jahresergebnis der Ludwigshafener haben wird. „Wir gehen davon aus, dass die Einschränkungen in Logistik und Versorgung das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 belasten werden“, teilte BASF am Donnerstag mit. Der Ausblick ändere sich aber nicht. „Wir erwarten, dass sowohl das Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) vor Sondereinflüssen als auch das Ebit leicht unter den Werten von 2015 liegen wird“, bestätigte Firmenlenker Kurt Bock die Prognose – und meint damit ein Minus von immerhin bis zu 10 Prozent.

Umsatz bricht ein

Das 3. Quartal 2016 machte dem Chemiekonzern stark zu schaffen. Der Umsatz brach um 20 Prozent auf 14 Mrd. € ein, das Ebit sackte sogar um 22 Prozent auf 1,5 Mrd. € ab. Um Sondereinflüsse bereinigt betrug das Ergebnisminus 5 Prozent. Grund für die schwachen Zahlen waren laut BASF vor allem die niedrigen Rohstoffpreise, die zu rückläufigen Verkaufspreisen führten. Vor allem das Chemiegeschäft litt darunter.

Hohe Margen in der Agrarsparte

Auch in der Agrarsparte schrumpfte der Umsatz um 3 Prozent auf 1 Mrd. €. Das Betriebsergebnis sprang von 6 Mio. € im 3. Quartal 2015 aber um ein Vielfaches auf 93 Mio. € an. Da BASF den Produktemix in Europa, Asien und Südamerika geändert hatte, konnte das Unternehmen eine deutlich bessere Marge erzielen. Außerdem trugen reduzierte Fixkosten zu dem dicken Ergebnisplus bei.

Von Januar bis September 2016 ging der Umsatz im gesamten Konzern um 25 Prozent auf 42,7 Mrd. € zurück, das Ebit brach um 15 Prozent bzw. vor Sondereinflüssen um 10 Prozent ein. (sp)
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